Und sich schwören, dass man den Mut aufbringt zu kündigen, wenn man doch hineingerät.
Immerhin wissen, in welche berufliche Situation man nicht geraten möchte.
Bei Sonnenschein früh noch vor acht den großen Kippschalter umlegen, den runden Knopf drücken, der sich so schön schwer und verlässlich anfühlt, das Kerblein des Lautstärkereglers gen Himmel drehen, sich in der Mitte auf ein Kissen positionieren, die vier Lichtlein bewundern. Und dann: Play!
Morris The Minor und schwarzflügelige Stelzenengel unter zerrupften Wolkenbergen.
There is a bitter breed, oh sweetheart
They will be watching you sometimes
With their bitter hearts.
But we went through with these
Oh we're shifting the heartache
We want strong summer love the most robust of blood
Just to stay awake.
Draußen Wind. Wind in mir drinnen. Das Gefühl, haltlos fortgeweht zu werden. Mut ist nötig, den Halt nicht verzweifelt zu suchen, sondern sich wehen zu lassen. You just gotta do it!
Das heutige Faulheits- und Andere-Regionen-Wetter wird aufgelöst und fortgespült, zumindest versucht es jemand.
Es kann kein Fehler sein, Ausschließlichkeit zu multiplizieren.
Langsames Abschiednehmen von der Bürofreiheit und der Tageseinsamkeit und dem schönhässlichen Hinterhof. Bei geöffnetem Fenster und heftigsingenden Amseln.
Theologin im Philosophicum.
"Was missfällt Ihnen denn nun an der Auffassung Epikurs?"
"Seine Auffassung von den Göttern, die einfach nur da sind und selig, makarios, und unvergänglich, aphthartos."
"Und was stört Sie daran?"
"Auf diese Weise werden die Götter sinnlos. Sie haben ja gar keinen Bezug zum Menschen, keinen Kontakt."
"Wenn Sie das sagen, kann man Ihnen aber vorwerfen, dass Sie sich über die Götter oder Gott erheben, wenn Sie ihnen einfach zuweisen, dass sie für die Menschen da sein müssen. Das bietet doch Nährboden für die Projektionisten, die sagen, dass Gott nur eine Projektion der Menschen ist, weil sie einen Gott brauchen. Was würden Sie darauf sagen?"
"Also im Alten Testament und auch im Neuen ist klar, dass Gott der Schöpfer von allem ist."
Aha.
Der Anblick des Widmungsblattes der wissenschaftlichen Spezialabhandlung, welches nichts enthält außer der Aufschrift UXORI in kursiven Großdruckbuchstaben in der rechten unteren Ecke, lässt die Härchen auf meinen Unterarmen vor Schauer aufstehen. Ausgelöst durch die Härte der Buchstaben, die Strenge des Druckbildes, die Hässlichkeit des Wortes und den Widmungszusammenhang sehe ich unwillkürlich die ganze dunkle Welt einer Ehe. Man sieht sie vor sich, die Romanseiten über die brave Ehefrau, die die fünf Kinder am Abendbrotstisch vertröstet - Papa denkt gerade noch, hört ihr nicht die Schreibmaschine tippen? - ständig das Geld vom Stipendium des Gatten zählt, alles Korrektur liest, während sie Socken stopft, ein paar entscheidende inhaltliche Anstöße gibt und in der Nacht entweder den Mann müde drüberrutschen lässt oder von einem Liebhaber träumt, für den sie keine Zeit hat, während der Wissenschaftler drüben tippt.
Vielleicht war alles ganz anders. Aber wie soll man mit solchen Vorstellungen das Werk lesen? Ich rate von derartigen Widmungen ab.
Was lernen wir
daraus? Mütter, spritzt Euren kleinen Jungs Anabolika. Dann wird was aus ihnen.